Die 3 größten Fehler im Umgang mit schwierigen Chefs
- S P Knoll

- 11. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Apr.
Schwierige Vorgesetzte gehören für viele Menschen zum Berufsalltag. Doch was oft übersehen wird: Nicht nur das Verhalten der Führungskraft entscheidet über dein Wohlbefinden – sondern auch, wie du damit umgehst.
Hier sind die 3 häufigsten Fehler im Umgang mit schwierigen Chefs – aus der Praxis und mit einem entscheidenden Perspektivwechsel.
Fehler #1: Negativ werden & Groll ansammeln
Dieser Fehler passiert leise – aber mit großer Wirkung.
Wenn du dich dauerhaft unter Druck fühlst, unfair behandelt wirst oder ständig Kritik erfährst, ist die Versuchung groß:
nur noch negativ zu denken
innerlich dichtzumachen
Groll anzusammeln
Doch genau hier beginnt die eigentliche Belastung.
Ein oft zitiertes Bild von dem amerikanischen Psychologen, Redner und Bestsellerautor Wayne Dyer bringt es treffend auf den Punkt:
„You do not die from a snake bite but from the venom that runs through your veins.“

Was bedeutet das konkret?
👉 Der „Biss“ steht für das Verhalten deines Chefs
👉 Das „Gift“ für das, was du innerlich daraus machst
Dyers zentrale Botschaft: Nicht das Ereignis selbst schadet dir am meisten – sondern deine anhaltende innere Reaktion darauf.
Und genau das zeigt sich auch wissenschaftlich. Dauerhaft unterdrückter Ärger und negative Gedankenspiralen können:
Bluthochdruck fördern
die Rückengesundheit beeinträchtigen
dein Stresslevel massiv erhöhen
Der amerikanische Stanford Professor und Vergebungsexperte Dr. Fred Luskin ergänzt dazu eine wichtige Perspektive:
Sprich über das erlebte Unrecht
nimm deine Gefühle bewusst wahr
entwickle Verständnis für die Situation
Erst dann wird echtes Loslassen möglich. Er betont jedoch auch, dass ein einmaliges darüber sprechen genügt, alles andere kann dazu führen, dass man eine Geschichte daraus macht.
👉 Wichtig: Verzeihen heißt nicht, Verhalten gutzuheißen.
👉 Es bedeutet, dich selbst von der emotionalen Last zu befreien.
💡 Dein Ausweg: Achte bewusst darauf, unter Druck nicht in die Negativspirale zu rutschen. Stärke deine innere Haltung – denn sie entscheidet, wie sehr dich die Situation wirklich belastet.
Fehler #2: Keine Kritik äußern
Viele Menschen machen den Fehler, alles still hinzunehmen.
Gerade sensible, gewissenhafte oder harmonieorientierte Personen haben Schwierigkeiten:
Autoritätspersonen zu kritisieren
Grenzen klar zu kommunizieren
für sich einzustehen
Doch Schweigen verschärft oft das Problem.
Ein Beispiel aus meiner Berufspraxis: Eine Führungskraft führte Regeln ein, die den Arbeitsalltag erschwerten, aber dem Unternehmen nützten. Gleichzeitig hatte sie eine entscheidende Stärke:
👉 Sie war offen für Feedback.
👉 Sie wollte auf Fehler hingewiesen werden.
Trotzdem äußerte kaum jemand Kritik.
Studien zeigen: In solchen Situationen spricht oft nur 1 von 10 Personen Missstände aktiv an.
Die Gründe:
Erziehung („Man widerspricht Autoritäten nicht“)
Angst vor dem Chef, Angst vor Konsequenzen
Unsicherheit im Umgang mit Konflikten
Dabei gilt:
👉 Viele schwierige Vorgesetzte überschreiten Grenzen nicht bewusst
👉 Ohne Feedback erkennen sie diese oft nicht
⚠️ Gleichzeitig wichtig: Bei stark narzisstischen Führungskräften kann Kritik negativ aufgenommen werden. Hier brauchst du Wissen und Fingerspitzengefühl – oder eine klare Strategie.
💡 Ein Mittelweg: Formuliere statt Kritik, Gründe - sachlich und respektvoll. Zum Beispiel:
„Ich merke, dass meine Belastungsgrenze erreicht ist.“
„Ich möchte meine Arbeit gut machen – dafür brauche ich realistische Rahmenbedingungen.“
Fehler #3: Zu denken „Es ist überall das Gleiche“
Dieser Gedanke hält viele Menschen länger in belastenden Situationen, als gut für sie ist.
👉 „Andere Jobs sind bestimmt genauso.“
👉 „Überall gibt es schwierige Chefs.“
Doch das ist ein Trugschluss.
Es gibt enorme Unterschiede in:
Führungskultur
Teamdynamik
Wertschätzung im Unternehmen
Ich habe es selbst erlebt wie viele andere Menschen auch, die nach einem Jobwechsel erleben durften, wie groß dieser Unterschied wirklich ist:
echte Unterstützung im Team
Anerkennung durch Führungskräfte
ein Arbeitsumfeld, das stärkt statt auslaugt
Nicht umsonst heißt es:
👉 Mitarbeitende verlassen ihre Vorgesetzten – nicht das Unternehmen.
💡 Dein Ausweg: Hinterfrage diesen Glaubenssatz aktiv. Du musst nicht bleiben, wo du dauerhaft unzufrieden bist.
Fazit: Deine innere Haltung ist der Schlüssel – aber nicht die ganze Lösung
Der Umgang mit schwierigen Vorgesetzten ist eine doppelte Aufgabe:
Innen: Deine Gedanken, Emotionen und Reaktionen bewusst steuern
Außen: Klar kommunizieren, Grenzen setzen und ggf. Konsequenzen ziehen
Die drei wichtigsten Erkenntnisse:
Werde nicht Opfer deiner eigenen Negativspirale
Sprich Probleme an, statt sie zu unterdrücken
Glaube nicht, dass es überall gleich schlimm ist
👉 Du hast mehr Einfluss, als du denkst.
Und manchmal ist der wichtigste Schritt der ehrlichste: zu erkennen, wann es Zeit ist zu gehen.
Du wünschst dir individuelle Unterstützung?
Wenn du merkst, dass dich die Herausforderungen im Berufsalltag immer wieder an deine Grenzen bringen, kann ein persönliches Gespräch ein wertvoller nächster Schritt sein. In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine aktuelle Situation: Was belastet dich konkret? Wo verlierst du Energie? Und welche Veränderungen würden dir wirklich guttun?
Du bekommst erste Impulse, die zu dir und deiner Hochsensibilität passen – ohne Druck, sondern in deinem Tempo. So kannst du herausfinden, ob eine weiterführende Begleitung für dich sinnvoll ist.
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