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Achtsames Lernen: Wie wir individuell, gehirngerecht und mit mehr Leichtigkeit lernen

Was wäre, wenn die Frage beim Lernen nicht lautet: „Wie kann ich mich dazu bringen, mehr zu leisten?“, sondern:

„Wie lerne ich eigentlich am besten?“

Genau hier setzt achtsames Lernen an.

Dr. Ellen Langer: Was achtsames Lernen wirklich bedeutet

Wenn ich von achtsamem Lernen spreche, lehne ich mich an das Verständnis der Harvard Professorin und Psychologin Dr. Ellen Langer an. Langer hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Achtsamkeit unser Denken und Lernen verändert. In ihrem Buch The Power of Mindful Learning beschreibt sie einen Lernansatz, der sich deutlich von einem rein meditationsbasierten Verständnis von Achtsamkeit unterscheidet.

Für Langer bedeutet Achtsamkeit im Kern, Neues wahrzunehmen und neue Unterscheidungen zu treffen. Wir bleiben offen für Veränderungen, achten auf den jeweiligen Kontext und sind bereit, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Dadurch vermeiden wir starre Denkmuster, die unseren Handlungsspielraum unnötig einschränken.

Auf das Lernen übertragen bedeutet das: Ich gehe nicht automatisch davon aus, dass ich weiß, wie Lernen funktioniert, nur weil ich es bisher auf eine bestimmte Weise erlebt habe.

Ich kann mich stattdessen fragen:

Was ist dieses Mal anders?

Was brauche ich in dieser Situation?

Welche Lernmethode funktioniert für diesen Inhalt?

Was unterstützt meine Aufmerksamkeit?

Was macht mir Freude?

Was verursacht Stress?

Genau darin sehe ich eine besondere Verbindung zu meiner eigenen Erfahrung mit achtsamem Lernen.

Ich beobachte mich beim Lernen, ohne meine Beobachtungen sofort zu bewerten. Ich bemerke, bei welchen Lernsituationen Stress entsteht. Ich nehme wahr, wann mein Gedächtnis besser funktioniert und wann mich ein Thema geradezu von selbst interessiert. Und ich entdecke Unterschiede, die mir früher vielleicht gar nicht aufgefallen wären.

Damit wird Lernen zu einem fortlaufenden Forschungsprozess.

Nicht mehr:

„Ich kann das nicht.“

Sondern:

„Unter diesen Bedingungen funktioniert es gerade nicht – was könnte ich verändern?“

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Denn aus einer Bewertung wird eine Beobachtung. Und aus der Beobachtung entsteht die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren.

Langer bezeichnet die gegenteilige Haltung als mindlessness: Wir verlassen uns auf bereits bestehende Kategorien und Annahmen und behandeln sie wie unveränderliche Wahrheiten. Beim Lernen können daraus Sätze entstehen wie: „Ich bin nicht gut im Auswendiglernen“, „Ich kann mich einfach nicht konzentrieren“ oder „Ich muss mich nur mehr anstrengen.“

Achtsames Lernen öffnet diese vermeintlichen Gewissheiten wieder.

Und genau deshalb ist es für mich auch so wertvoll, individuelle Besonderheiten wie Hochsensibilität oder Neurodivergenz zu berücksichtigen. Wenn jeder Mensch anders auf Reize, Stress, Motivation, Aufmerksamkeit und Lerninhalte reagiert, dann braucht es nicht den einen perfekten Lernweg.

Es braucht die Bereitschaft, wahrzunehmen, was für diesen Menschen, in diesem Moment und bei dieser Aufgabe funktioniert.

Achtsames Lernen bedeutet damit nicht, weniger zu lernen.

Es bedeutet, bewusster zu entdecken, wie Lernen für mich funktioniert.

Denn jeder Mensch lernt anders. Unsere Aufmerksamkeit, unsere Motivation, unser Gedächtnis und unser Umgang mit Stress sind individuell. Manche Menschen brauchen Ruhe und wenig Reize, andere lernen besonders gut über Bewegung, Bilder, Gespräche oder Emotionen.

Individuelle Besonderheiten wie Hochsensibilität oder Neurodivergenz, beispielsweise ADS, können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Achtsames Lernen bedeutet deshalb nicht, eine bestimmte Lernmethode für alle Menschen zu finden. Es bedeutet, den eigenen Lernprozess aufmerksam zu beobachten und herauszufinden, welche Bedingungen das eigene Gehirn beim Lernen unterstützen.

Und genau das verändert die Perspektive:

Nicht mehr „Was stimmt mit mir nicht?“, sondern:

„Was brauche ich, damit Lernen für mich funktioniert?“

Achtsames Lernen berücksichtigt individuelle Besonderheiten

Die Vorstellung, dass alle Menschen auf dieselbe Weise lernen sollten, greift zu kurz.

Ein Mensch mit Hochsensibilität kann beispielsweise besonders stark auf Lärm, Zeitdruck, Reizüberflutung oder eine angespannte Lernatmosphäre reagieren.

Bei einem neurodivergenten Menschen, beispielsweise mit ADS, können Aufmerksamkeit, Motivation, Reizverarbeitung und der Umgang mit Aufgaben wiederum anders funktionieren als bei neurotypischen Menschen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Lernen schwieriger sein muss.

Es bedeutet zunächst einmal, dass andere Bedingungen hilfreich sein können.

Achtsames Lernen schafft Raum für genau diese Unterschiede.

Statt zu fragen:

„Warum kann ich mich nicht einfach konzentrieren?“

könnte eine achtsame Frage lauten:

„Was passiert gerade mit meiner Aufmerksamkeit?“

Und statt:

„Warum bin ich bei dieser Aufgabe so schnell gestresst?“

könnte die Frage sein:

„Welche Rahmenbedingungen erzeugen diesen Stress?“

Diese kleine Veränderung kann einen großen Unterschied machen.

Denn eine Beobachtung ist noch keine Bewertung.

Wenn ich feststelle, dass mich eine bestimmte Lernsituation stresst, bedeutet das nicht:

„Ich kann das nicht.“

Es bedeutet zunächst nur:

„Mein System reagiert gerade auf diese Situation mit Stress.“

Und genau dort beginnt die Möglichkeit, etwas zu verändern.

Meine eigene Erfahrung: Wenn Lernen zu einem natürlichen Impuls wird

Seit ich meinen eigenen Lernprozess achtsamer beobachte, erlebe ich eine interessante Veränderung.

Ich versuche nicht mehr, mich ständig zum Lernen zu zwingen.

Stattdessen beobachte ich mich.

Wann entsteht Stress?

Welche Lernsituationen fühlen sich leicht an?

Wann schweift meine Aufmerksamkeit ab?

Welche Inhalte ziehen mich geradezu von selbst an?

Und dabei stelle ich fest, dass sich mein Gedächtnis verbessert.

Ich kann Inhalte besser aufnehmen und Zusammenhänge bleiben stärker präsent.

Noch faszinierender finde ich aber etwas anderes:

Das Lernen selbst beginnt mich zu ziehen.

Es entsteht zunehmend ein natürlicher Impuls, mir Zeit zum Lernen zu nehmen.

Nicht, weil ich mich dazu zwingen muss.

Sondern weil mein Gehirn offenbar Freude daran entwickelt, Zusammenhänge zu entdecken, Neues zu verstehen und vorhandenes Wissen miteinander zu verknüpfen.

Das verändert die gesamte Qualität des Lernens.

Wenn das Gehirn sagt: „Das ist mir jetzt zu anstrengend“

Gleichzeitig gibt es natürlich auch Momente, in denen mein Gehirn ganz deutlich signalisiert:

„Das ist mir jetzt zu anstrengend.“

Besonders interessant wird es, wenn ich etwas auswendig lernen möchte.

Früher hätte ich diesen Widerstand vielleicht als fehlende Motivation oder mangelnde Disziplin interpretiert.

Heute beobachte ich ihn.

Was passiert gerade?

Warum fühlt sich diese Aufgabe so anstrengend an?

Was genau macht mein Gehirn müde?

Und daraus entsteht eine ganz andere Frage:

Was brauche ich, damit es leichter wird?

Auswendig lernen mit Achtsamkeit: Nicht gegen das Gehirn arbeiten

Gerade beim Lernen für die Heilpraktikerprüfung gibt es einfach auch Inhalte, die auswendig gelernt werden müssen.

Achtsamkeit bedeutet deshalb nicht, dass wir alles nur verstehen müssen und auf Auswendiglernen verzichten können.

Im Gegenteil.

Die Achtsamkeitspraxis erlaubt jedoch, die richtigen Fragen zu stellen, um Hindernisse zu überwinden.

In diesem Fall beispielsweise:

„Was brauche ich, um diese Inhalte auswendig zu können?“

Oder:

„Wie kann ich diese Inhalte auswendig lernen?“

Und plötzlich kommen Antworten.

Zum Beispiel Akronyme, mit denen sich mehrere Informationen zu einem leicht merkbaren Begriff verbinden lassen.

Oder die Loci-Methode, bei der Informationen mit bestimmten Orten oder räumlichen Vorstellungen verknüpft werden.

Aber auch die Emotion Freude spielt eine wichtige Rolle.

Denn Lernen muss nicht immer mit Anstrengung, Druck und Ernsthaftigkeit verbunden sein.

Wir können uns fragen:

„Wie kann ich diese Information so lernen, dass sie mir Freude macht?“

Vielleicht wird daraus ein Bild.

Eine Geschichte.

Eine ungewöhnliche Verbindung.

Eine Bewegung.

Ein Wortspiel.

Ein Akronym.

Eine räumliche Vorstellung.

Oder einfach ein Moment echter Begeisterung für das Thema.

Gerade diese Fragen verändern den Lernprozess.

Aus:

„Ich muss das jetzt irgendwie in meinen Kopf bekommen.“

wird:

„Wie kann ich meinem Gehirn helfen, diese Information gut abzuspeichern?“

Das ist für mich ein wesentlicher Bestandteil von achtsamem Lernen.

Achtsamkeit macht aus Lernwiderstand eine Information

Der vielleicht spannendste Aspekt dabei ist:

Widerstand muss nicht der Feind des Lernens sein.

Er kann eine Information sein.

Wenn mein Gehirn sagt:

„Das ist mir zu anstrengend.“

kann ich mich dafür kritisieren.

Oder ich kann neugierig werden.

Vielleicht ist der Lernschritt zu groß.

Vielleicht brauche ich eine Pause.

Vielleicht fehlt mir Vorwissen.

Vielleicht ist die Methode ungeeignet.

Vielleicht brauche ich Bewegung.

Vielleicht brauche ich eine emotionale Verbindung.

Vielleicht ist die Information einfach noch zu abstrakt.

Vielleicht brauche ich ein Akronym.

Oder eine Geschichte.

Oder die Loci-Methode.

Achtsamkeit hilft dabei, diese Unterschiede überhaupt wahrzunehmen.

Stress und Lernen: Wenn das System auf Schutz statt auf Neugier schaltet

Unser Lernen findet nicht losgelöst von unserem Körper und unserem Nervensystem statt.

Alltägliche Erfahrungen und Lernerfahrungen beeinflussen die Entwicklung und Vernetzung unseres Gehirns. Lernen bezieht dabei unser gesamtes sensorisches System ein.

Wenn sich ein Mensch in einer Lernsituation stark gestresst fühlt, kann dieser Stress das Lernen erschweren. Die Aufmerksamkeit richtet sich dann möglicherweise stärker auf die Bewältigung der belastenden Situation als auf den eigentlichen Lerninhalt.

Das erklärt auch, warum Menschen manchmal das Gefühl haben:

„Ich weiß es eigentlich – aber in dieser Situation ist es plötzlich weg.“

Positive Lernerfahrungen können dagegen Motivation, Neugier und die Bereitschaft stärken, sich auch schwierigen Aufgaben zu stellen.

Deshalb sind Fehler und vergangene Misserfolge kein endgültiges Urteil über die eigene Lernfähigkeit.

Menschen können lernen.

Auch nach Misserfolgen.

Auch wenn Lernen bisher schwergefallen ist.

Auch wenn Schule oder Ausbildung negative Lernerfahrungen hinterlassen haben.

Neue Erfahrungen, Übung, vorhandenes Wissen, Motivation und ein unterstützendes Umfeld können neue Informationsnetzwerke im Gehirn aufbauen und dadurch Verständnis und Gedächtnis unterstützen.

Hochsensibilität beim Lernen: Schwäche oder besondere Wahrnehmungsfähigkeit?

Als hochsensibler Coach erlebe ich immer wieder, wie fein Menschen ihre inneren Prozesse wahrnehmen können.

Gerade bei hochsensiblen Menschen kann die Wahrnehmung von Reizen, Emotionen und inneren Veränderungen sehr differenziert sein.

Das kann beim Lernen herausfordernd sein.

Aber es kann auch eine Ressource sein.

Denn genau diese Feinwahrnehmung kann helfen, frühzeitig zu erkennen:

„Jetzt wird es zu viel.“

„Ich brauche eine Pause.“

„Diese Umgebung lenkt mich ab.“

„Diese Methode funktioniert gerade nicht.“

„Dieser Zugang zu dem Thema macht mir Freude.“

Damit wird Hochsensibilität nicht zum Hindernis, das überwunden werden muss.

Sie wird zu einer Information darüber, wie Lernen individuell gestaltet werden kann.

Neurodivergenz und Lernen: Es gibt nicht den einen richtigen Lernweg

Dasselbe gilt für Neurodivergenz.

Menschen mit ADS können beispielsweise erleben, dass ihre Aufmerksamkeit nicht einfach nach dem Prinzip „Ich konzentriere mich jetzt eben“ funktioniert.

Motivation, Interesse, Neuigkeit, Emotion, Reizumgebung und Aufgabenstruktur können einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie gut Lernen gelingt.

Achtsames Lernen kann hier bedeuten, die eigenen Muster kennenzulernen.

Nicht:

„Warum bin ich nicht so organisiert wie andere?“

Sondern:

„Welche Struktur unterstützt mich?“

Nicht:

„Warum kann ich mich nicht konzentrieren?“

Sondern:

„Was hilft meiner Aufmerksamkeit, bei dieser Aufgabe zu bleiben?“

Nicht:

„Warum brauche ich das anders als andere?“

Sondern:

„Was ist mein individueller Lernweg?“

Diese Perspektive kann Selbstvorwürfe reduzieren und gleichzeitig konkrete Veränderung ermöglichen.

Als hochsensibler Coach durch schwierige Lernsituationen navigieren

Genau hier sehe ich auch eine wichtige Verbindung zu meiner Arbeit als Coach.

Ich begleite Menschen durch schwierige Lernsituationen und unterstütze sie dabei, ihren eigenen Lernprozess besser zu verstehen.

Dabei geht es nicht darum, ihnen eine perfekte Methode überzustülpen.

Es geht darum, gemeinsam herauszufinden:

  • Wo entsteht Stress?

  • Was löst Widerstand aus?

  • Was unterstützt Konzentration?

  • Welche Lernform passt zu diesem Menschen?

  • Wo sitzen limitierende Überzeugungen?

  • Welche Ressourcen sind bereits vorhanden?

  • Wie kann aus Druck wieder Neugier werden?

  • Welche konkrete Strategie hilft beim nächsten Lernschritt?

Gerade bei hochsensiblen oder neurodivergenten Menschen kann dieser individuelle Blick entscheidend sein.

Denn manchmal braucht es nicht mehr Disziplin.

Manchmal braucht es mehr Verständnis für das eigene Gehirn.

Lernen beginnt mit Selbstbeobachtung statt Selbstbewertung

Für mich ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse des achtsamen Lernens:

Beobachten ist etwas anderes als Bewerten.

Ich kann feststellen:

„Ich kann mir diese Information gerade nicht merken.“

ohne daraus zu machen:

„Ich bin schlecht im Lernen.“

Ich kann feststellen:

„Diese Situation macht mir Stress.“

ohne daraus zu machen:

„Ich bin zu empfindlich.“

Ich kann feststellen:

„Ich habe gerade keine Konzentration.“

ohne daraus zu machen:

„Ich bin undiszipliniert.“

Und genau diese Unterscheidung eröffnet Handlungsspielraum.

Denn erst wenn ich sehe, was tatsächlich passiert, kann ich herausfinden, was ich brauche.

Achtsames Lernen fördert Selbstwirksamkeit

Wenn Menschen verstehen, wie ihr eigenes Lernen funktioniert, verändert sich häufig auch ihr Selbstbild.

Sie erleben:

„Ich kann etwas beeinflussen.“

Vielleicht kann ich meine Lernumgebung verändern.

Vielleicht kann ich die Lernzeit anders strukturieren.

Vielleicht brauche ich kleinere Lernschritte.

Vielleicht hilft mir Bewegung.

Vielleicht brauche ich eine emotionale Verbindung zum Lernstoff.

Vielleicht funktioniert für mich ein Akronym besser als eine klassische Zusammenfassung.

Vielleicht brauche ich die Loci-Methode.

Vielleicht muss ich zunächst verstehen, bevor ich auswendig lernen kann.

Und vielleicht brauche ich zwischendurch einfach eine Pause.

Das sind keine Ausreden.

Das sind Informationen.

Das Gehirn möchte lernen – aber es braucht die richtigen Bedingungen

Wenn wir Menschen mit Informationen über die kognitiven, sozialen und emotionalen Aspekte des Lernens ausstatten, können sie besser verstehen, was in ihrem eigenen Lernprozess passiert.

Das kann die Bereitschaft erhöhen, neue Herausforderungen anzunehmen.

Gleichzeitig können einschränkende Glaubenssätze an Bedeutung verlieren.

Denn ein Mensch ist nicht durch vergangene Misserfolge definiert.

Lernen, Anstrengung und Erfahrungen verändern unser Wissen und unsere neuronalen Netzwerke.

Wir können neue Fähigkeiten entwickeln.

Wir können unser Verständnis vertiefen.

Wir können neue Lernstrategien ausprobieren.

Und wir können lernen, unser eigenes Gehirn besser zu unterstützen.

Achtsames Lernen hilft, den eigenen Lernweg ohne Bewertung zu verstehen. Erfahre, wie Hochsensibilität, Neurodivergenz, Stress und individuelle Lernstrategien Lernen verändern.
Achtsames Lernen bedeutet, den eigenen Lernprozess bewusst und ohne Bewertung zu beobachten und zu gestalten. Individuelle Besonderheiten wie Hochsensibilität und Neurodivergenz werden dabei ebenso berücksichtigt wie Stress, Motivation, Aufmerksamkeit und persönliche Lernstrategien.

Fazit: Achtsames Lernen bedeutet, den eigenen Weg zu entdecken

Achtsames Lernen bedeutet für mich nicht, möglichst entspannt zu sein.

Und es bedeutet auch nicht, dass Lernen immer leicht sein muss.

Es bedeutet vielmehr, bewusst wahrzunehmen, was beim Lernen geschieht.

Ich beobachte, wo Stress entsteht.

Ich bemerke, wann mein Gehirn Widerstand leistet.

Ich erkenne, wann mein Gedächtnis besser funktioniert.

Ich entdecke, welche Inhalte mich von selbst interessieren.

Und ich stelle Fragen.

Was brauche ich?

Was funktioniert für mich?

Wie kann ich diese Herausforderung anders angehen?

Gerade beim Auswendiglernen können daraus überraschend konkrete Lösungen entstehen: Akronyme, die Loci-Methode, Bilder, Geschichten oder die bewusste Verbindung mit der Emotion Freude.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Kraft des achtsamen Lernens:

Wir müssen nicht gegen unser Gehirn arbeiten.

Wir dürfen lernen, mit unserem Gehirn zu arbeiten.

Und wenn wir dabei individuelle Besonderheiten wie Hochsensibilität oder Neurodivergenz berücksichtigen, entsteht ein Lernweg, der nicht nur effizienter, sondern auch menschlicher sein kann.

Denn am Ende geht es nicht darum, so zu lernen wie alle anderen.

Es geht darum, herauszufinden:

Wie kann ich so lernen, dass mein Gehirn, mein Nervensystem und ich gemeinsam arbeiten können?



 
 
 

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