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Lernen in und nach schwierigen Zeiten: Warum Unterricht manchmal mehr braucht als gute Erklärungen

23. Aug.
5 Min. Lesezeit

Was hat Coaching mit Lernen zu tun?


Auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders viel. Im Unterricht geht es schließlich um Wissen, Fähigkeiten, Vokabeln, Prüfungen oder einen Abschluss. Coaching hingegen beschäftigt sich eher mit persönlichen Zielen, Veränderung und den eigenen Ressourcen.

Doch je länger ich Menschen begleite, desto deutlicher wird mir: Lernen und persönliche Entwicklung sind eng miteinander verbunden.

Denn manchmal fehlt nicht das Wissen.

Manchmal fehlt die Kraft, anzufangen.

Oder das Vertrauen, es schaffen zu können.

Oder die innere Ruhe, die es braucht, um dranzubleiben.

Gerade nach schwierigen Lebensphasen kann Lernen deshalb eine ganz besondere Herausforderung sein.

Wir lernen nicht nur mit dem Kopf

Wenn wir etwas in unserem Leben verändern möchten, stoßen wir früher oder später auf unsere eigenen Überzeugungen.

„Das kann ich nicht.“

„Ich bin einfach nicht gut darin.“

„Ich habe noch nie etwas zu Ende gebracht.“

„Dafür bin ich zu alt.“

„Andere können das, aber ich nicht.“

Solche Gedanken entstehen nicht aus dem Nichts. Viele unserer tief verankerten Glaubenssätze werden bereits in der Kindheit geprägt.

Das bedeutet nicht, dass wir unseren Eltern die Schuld geben müssen.

Unsere Eltern haben ihre eigenen Erfahrungen gemacht, ihre eigenen Überzeugungen entwickelt und oft versucht, mit den Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung standen, das Beste für uns zu tun.

Trotzdem können wir Überzeugungen übernehmen, die uns später im Leben nicht mehr hilfreich sind.

Ein Beispiel dafür kann der Umgang mit Geld sein.

Auch ich habe erlebt, wie sehr die Themen Schulden und Selbstständigkeit meinen Vater belastet haben. Gleichzeitig gab es einen starken Druck, über solche Themen nicht zu sprechen. Natürlich hat mich diese Atmosphäre geprägt.

Erst viel später, als ich mich intensiver mit Coaching und persönlicher Entwicklung beschäftigt habe, wurde mir bewusst, welche Geschichten wir über bestimmte Lebensbereiche mit uns herumtragen.

Man könnte sagen: Wir entwickeln unsere ganz persönliche „Geschichte“ über Geld, Erfolg, Beziehungen, Leistung oder Lernen.

Und manchmal ist genau diese Geschichte das, was uns daran hindert, neue Wege zu gehen.

Coaching bedeutet nicht, dass jemand dein Leben für dich verändert

Coaching ist keine Therapie und ersetzt keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Coaching bedeutet vielmehr: Du gehst deinen Weg selbst – aber du musst ihn nicht völlig allein gehen.

Ein Coach kann dir helfen, deine eigenen Ziele klarer zu sehen, hinderliche Überzeugungen zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Vor allem aber kann es unglaublich hilfreich sein, jemanden an der Seite zu haben, der dich ermutigt.

Jemanden, der dich daran erinnert, was du dir vorgenommen hast.

Jemanden, der dir die Hand reicht, wenn die nächste Herausforderung gerade größer erscheint als deine eigenen Kräfte.

Denn Veränderung entsteht selten durch einen einzigen großen Schritt.

Sie entsteht durch viele kleine Schritte.

Das eine Prozent

Gerade wenn wir aus einer schwierigen Zeit kommen, ist die Vorstellung einer großen Veränderung häufig überwältigend.

Dann geht es vielleicht nicht darum, sofort wieder „voll leistungsfähig“ zu sein.

Vielleicht geht es zunächst um ein Prozent.

Drei Vokabeln lernen.

Zwei Sätze in einer fremden Sprache sprechen.

Fünf Minuten spazieren gehen.

Drei Minuten meditieren.

Einen Absatz für das eigene Buch schreiben.

Eine Seite lesen.

Ein schwieriges Gespräch beginnen.

Ein Glas Wasser trinken, bevor man zur nächsten Süßigkeit greift.

Oder einfach fünf Minuten bei einem unangenehmen Gefühl bleiben, ohne sofort davor wegzulaufen.

Kleine Schritte können unscheinbar wirken.

Aber sie summieren sich.

Drei neue Vokabeln am Tag sind nach einem Jahr mehr als 1.000 Vokabeln.

Fünf Minuten Bewegung jeden Tag sind mehr als 30 Stunden Bewegung im Jahr.

Ein Absatz am Tag kann irgendwann ein ganzes Buch ergeben.

Eine negative Gewohnheit durch eine positive Gewohnheit zu ersetzen schafft eine neue Identität.

Und vielleicht noch wichtiger: Du sammelst jeden Tag einen kleinen Beweis dafür, dass du etwas bewegen kannst.

Vom holprigen Weg zur neuen Gewohnheit

Ich arbeite gerne mit dem Bild einer Straße.

Wenn du eine neue Gewohnheit beginnst, ist diese Straße zunächst kaum eine Straße. Vielleicht ist sie eher ein holpriger Feldweg.

Jeder Schritt fühlt sich bewusst an.

Du musst daran denken.

Du musst dich überwinden.

Du musst dich immer wieder entscheiden.

Mit der Zeit wird aus dem Feldweg eine befestigte Straße.

Die Handlung wird vertrauter.

Sie braucht weniger Überwindung.

Und irgendwann kannst du sie fast automatisch ausführen – wie auf einer gut ausgebauten Landstraße.

Dabei möchte ich allerdings einen Punkt ergänzen: Die häufig zitierte Vorstellung, dass eine neue Gewohnheit exakt nach 21, 42 oder 63 Tagen „automatisch“ entsteht, ist wissenschaftlich nicht so eindeutig. Gewohnheiten entwickeln sich individuell und können je nach Verhalten und Person unterschiedlich lange brauchen.

Für mich ist deshalb nicht die Zahl entscheidend.

Entscheidend ist das Prinzip:

Wiederholung schafft Vertrautheit.

Und Vertrautheit macht Veränderung leichter.

Was hat das mit Unterricht zu tun?

Sehr viel.

Denn auch im Unterricht begegnen mir Menschen nicht als leere Gefäße, die lediglich mit Wissen gefüllt werden müssen.

Sie bringen ihre Erfahrungen mit.

Ihre Ängste.

Ihre Erfolge.

Ihre Misserfolge.

Ihre Vorstellungen davon, was sie können – und was sie angeblich nicht können.

Wer beispielsweise über Jahre geglaubt hat, „sprachlich einfach nicht begabt“ zu sein, braucht vielleicht nicht noch mehr Grammatikregeln.

Vielleicht braucht diese Person zunächst eine andere Erfahrung:

„Ich kann das tatsächlich.“

Wer nach einer belastenden Lebensphase wieder lernen möchte, braucht möglicherweise ebenfalls etwas anderes als maximalen Leistungsdruck.

Vielleicht braucht es einen geschützten Rahmen.

Kleine erreichbare Ziele.

Geduld.

Ermutigung.

Und jemanden, der nicht nur darauf schaut, was noch nicht funktioniert, sondern auch darauf, was bereits gelingt.

Lernen nach schwierigen Zeiten

Genau hier setzt mein Coachingangebot „Lernen in und nach schwierigen Zeiten“ an.

Es richtet sich an Menschen, die lernen, sich weiterentwickeln oder ein persönliches Vorhaben umsetzen möchten – und dabei merken, dass ihre aktuelle Lebenssituation besondere Herausforderungen mit sich bringt.

Vielleicht möchtest du eine Sprache lernen.

Vielleicht möchtest du beruflich neu starten.

Vielleicht möchtest du wieder mehr Struktur in deinen Alltag bringen.

Vielleicht gibt es ein Projekt, das schon lange in deinem Kopf ist.

Oder vielleicht weißt du noch gar nicht genau, was dein nächster Schritt sein soll.

Du musst nicht erst wieder „perfekt funktionieren“, bevor du anfangen darfst.

Wir können gemeinsam schauen, welches Ergebnis du dir wünschst und welcher nächste kleine Schritt realistisch ist.

Dabei geht es nicht darum, dir einen weiteren Punkt auf deine ohnehin schon volle To-do-Liste zu setzen.

Es geht darum, einen Weg zu finden, der zu deinem Leben passt.

Was wäre, wenn fünf Minuten etwas verändern könnten?

Vielleicht ist das die entscheidende Frage:

Was könntest du heute fünf Minuten lang tun?

Nicht morgen.

Nicht irgendwann.

Nicht wenn wieder alles perfekt läuft.

Heute.

Fünf Minuten lernen.

Fünf Minuten schreiben.

Fünf Minuten spazieren.

Fünf Minuten ein schwieriges Gefühl aushalten.

Fünf Minuten mit einem guten Freund darüber sprechen.

Fünf Minuten lang an deine eigene Möglichkeit glauben.

Denn Veränderung muss nicht immer laut und spektakulär beginnen.

Manchmal beginnt sie ganz leise.

Mit einem kleinen Schritt.

Mit einem Prozent.

Und mit der Erfahrung:

„Ich kann etwas verändern.“

Du musst deinen Weg nicht allein gehen

Wenn du herausfinden möchtest, welcher nächste Schritt für dich sinnvoll sein könnte, lade ich dich herzlich zu einem unverbindlichen Gespräch ein.

Wir schauen gemeinsam, was du dir wünschst, wo du gerade stehst und ob und wie ich dich dabei unterstützen kann.

Ohne Knebelverträge.

Ohne Druck.

Und ohne Versprechen eines „Hochpreis-Coachings“, das für jeden Menschen die gleiche Lösung bereithält.

Stattdessen geht es um dich, deine Situation und dein konkretes Ziel.


Lernen in und nach schwierigen Zeiten bedeutet für mich: wieder ins Handeln zu kommen – in deinem Tempo, mit realistischen Schritten und mit jemandem an deiner Seite, der dich dabei ermutigt.

Vielleicht sind es zunächst nur fünf Minuten.

Vielleicht drei Vokabeln.

Vielleicht ein einziger Satz.


Aber vielleicht beginnt genau damit deine neue Straße.

 

 
 
 

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